Gewitter in den Bergen

 

Hummeln auf der Zimba

Es war im Jahr 1985. Früh morgens sind wir auf dem Motorrad nach Bludenz in Österreich gefahren. Von dort ging es durch das Rellstal hinauf zur Heinrich Hütter-Hütte. Etwa um 10:00 Uhr sind wir dann in Richtung Zimba Ostgrat gestartet, um dort die klassische Überschreitung anzugehen. Die Klettertour war damals, wie auch noch heute, sehr alpin abgesichert. Mit Schrecken erinnere ich mich an den Zustieg durch steiles nasses Gras zum Grat, wo wir damals bereits vor der eigentlichen Kletterei schon mit dem Seil im Steilgelände gesichert hatten. Heute ist der Zustieg durch einen schönen Klettersteig, der direkt am Einstieg der Ostgrat – Tour vorbeiführt, entschärft.

Wir sind dann damals über diesen atemberaubenden Grat hinauf zur Zimba geklettert und waren etwa 4:00 Uhr nachmittags am Gipfel des Berges. Ich erinnere mich noch an den Spaß am Gipfel, wobei wir uns seitlich am metallenen Gipfelkreuz hängend, fotografiert haben. Während der Gipfelrast in der folgenden halben Stunde sind Wolken von der Sulzfluh herübergekommen, die wir damals nicht sonderlich beachtet hatten. Wir mussten ja lediglich noch den Abstieg über den Zimba-Westgrad absteigen.

Während wir uns unterhalten haben, sind mir Hummeln am Gipfel der Zimba aufgefallen. Nicht dass ich diese gesehen hätte, aber der Ton war so echt, dass ich herum gesehen habe um die Insekten zu finden. Es hat etwa eine Minute gedauert bis mir klar wurde, dass in den Hohlräumen des metallenen Gipfelkreuzes keine Hummeln wohnen. Mittlerweile hatte ich mich daran erinnert, dass es derartige Effekte zu Beginn eines Gewitters im Gebirge gibt. Mein Blick auf die nun größer werdenden Wolken mit den dunklen Unterseiten hat mich dann aufgeschreckt und wir sind dann schnellstens vom Gipfel Richtung Abstieg geeilt. Immer mit der notwendigen Vorsicht ging es über dem Abgrund entlang. Nach etwa 10 Minuten und oberhalb der ersten Abseilstelle im Westgrat haben die ersten Blitze in einen der umgehenden Gipfel einschlagen. In den folgenden 2 Stunden im Abstieg sind wir dann noch ordentlich nass geworden und haben auch krachende Blitzeinschläge am Gipfel der Zimba erlebt. Ich habe in meinen Kletterjahren im Hochgebirge noch viele Gewitter erlebt, allerdings ist mir dieses Gewitter an der Zimba und die anschließende nächtliche Heimfahrt wieder zurück nach Stuttgart gut im Kopf geblieben.

Fazit: Hummeln im Gebirge sind nicht zu erwarten. Wenn ihr den Schwarm hört, entsteht dies aufgrund der hohen elektrischen Feldstärke im Bereich von Metallen, besonders bei Hohlräumen. Verlasst sofort den Ort und steigt ab. Weg vom Gipfel und von Graten. Hinein in Geröllfelder oder in tieferen Lagen in Wälder, wo die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer gering ist, wenn ihr euch hinsetzt. Wir haben immer einen Zweimann-Biwaksack dabei, unterhalb dessen man auf dem Seil im Trockenen sitzt und ein Gewitter bestens abwarten kann.

 

Ausbildung im Zillertal

Ende der achtziger Jahre habe ich dann über den deutschen Alpenverein meine Ausbildung zum Alpinkletter- Trainer absolviert. Ich erinnere mich noch gut an einen Tag als wir morgens mit unseren Ausbildern von der Berliner Hütte im Zillertal gestartet sind. Am Steinmandl, das ist eine steile Spitze in der Nähe des großen Möselers, haben wir den ganzen Tag Seiltechniken geübt. Am späten Nachmittag war ich dort mit der Ausbildungseinheit beim Seilgeländer aufbauen, da dies jeder zukünftigen Trainer einmal zeigen musste. Es war schon den ganzen Tag nebelig und wir waren einige Seillängen hochgeklettert und waren bei der Übung in der Nähe des Gipfels. Da der Grat um den großen Möseler die Wetterseite verdeckte, war sehr spät zu erkennen, dass sich im Nebel der Himmel weiter verdunkelt hatte.

Wir hatten in den letzten Tagen auch eine Theorie-Ausbildung absolviert und in Bezug auf Gewitter einiges gelernt. Vor allem muss man sich von Graten fernhalten und auch nasse Stellen meiden, da Wasser Spannungen sehr gut leiten kann. Gerade im Hochgebirge schlagen bei Gewitterneigung die ersten Blitze häufig ohne Vorankündigung in die Grate und Gipfel ein. Und natürlich ist es nicht beruhigend, wenn man zu Beginn der Gewitterneigung mit metallischen Gegenständen wie Felshaken, Klemmkeilen und Klettersteig-Seilen aus Metalldrähten zu tun hat.

Als ich nun im Bereich des Steinmandl-Gipfels meine Ausbildungsübungen zum Seilgeländer gerade absolvierte, schlugen die ersten Blitze unvermittelt im Gipfelbereich des Grats ein. Die ersten Einschläge waren vielleicht 2 km entfernt, so dass hier nicht das übliche Donnern zu hören war, wenn der Schall des Blitzes über die Wolken abgelenkt wird. Sondern es war ein kräftiges, erschreckendes Krachen und gleichzeitiges aufleuchten des gelben gleißendes Blitzlichtes.

So vorgewarnt hatte der Ausbilder die übrigen Trainer bereits Richtung Tal zum Gletscher hinuntergeschickt, um dort auf uns zu warten. Ich kann mich noch gut erinnern, wie krachend die Blitze im Umfeld einschlugen. Zum Glück in die umliegenden Gipfel. Unser damaliger Ausbilder war noch mit dem Felshammer beschäftigt, seinen Haken aus der Wand zu schlagen. Denn er wollte den Haken, der als Seilgeländer-Befestigung gedient hatte, nicht am Berg zurücklassen. So hatte ich einige Minuten Zeit, als ich auf den Ausbilder wartete, da ich meinen Teil des Geländers bereits abgebaut hatte, um mich zu fragen, wie groß das Risiko mit dem Metallhammer an dem Metallhaken momentan wohl sein könnte. Währenddessen schlugen minütlich neue Blitze 200 m oberhalb in die Gipfel ein. Zum Glück ist es gut gegangen und wir waren eine Viertelstunde später unten am Wandfuß, von wo wir dann ordentlich durchnässt in Richtung Berliner Hütte zurückgelaufen sind.

Fazit: Bei diesigem Wetter und bei fehlender Sicht in die Wetterrichtung, meist Richtung Südwest auf der nördlichen Erdhalbkugel, ist die Gewitter-Vorwarnzeit recht kurz. Will man seine Nerven und vielleicht auch seine Gesundheit schonen, sollte man weder beim Klettern noch auf Klettersteigen sich in Gipfelnähe aufhalten, während ein Gewitter kommt.

  

Atemberaubende Gewitterstimmung in den Dolomiten

Ich war mit einem Kletterkurs, den ich für den Alpenverein durchführte, in der Brenta bei Meran und wir haben an einem Kletter-Ruhetag beschlossen, die beeindruckende Bocchette Alte zu begehen. Das ist ein langer Klettersteig, der insgesamt 3 Tage dauert. Wir waren auf dem zentralen Teil der Bocchette unterwegs, und haben den ganzen Tag viel Spaß gehabt und auch immer wieder die Schönwetterwolken gegen Westen beobachtet. Um 14:00 Uhr, da waren wir etwa in der Mitte des langen Klettersteigs, hatten sich hohe Wolken im westlichen Nachbargebirge gebildet. Dies führte dazu, dass alle anderen Gruppen über den Zwischenabstieg abgestiegen sind. Ich war mir sicher, dass wir nicht in einer Tiefdruck-Front unterwegs waren.  Denn der Luftdruck auf Meereshöhe war derzeit über 1017mbar. Wir waren also im Hochdruckgebiet und hatten ein Wärmegewitter zu erwarten. Die Wolken waren zwar hoch, aber befanden sich über einem der nach Westen gelegenen Gebirge und die Höhenströmung des Windes stand für uns günstig.

Als Folge habe ich beschlossen mit der Gruppe den Bocchette-Klettersteig weiter zu begehen. Mit der Zeit konnten wir ein kräftiges Gewitter etwa 20 km westlich von uns beobachten. Die Stimmung war atemberaubend und wir sind in leicht nebeligem Wetter unterwegs gewesen und haben aus Spaß und Zeitvertreib begonnen Popsongs in der Gruppe zu singen. So sind wir dann an die lange Leiter an der Bocchette Alte gekommen. Mittlerweile war es  dicht nebelig, so dass die Sicht vielleicht 20 m betrug.

Wir waren schon einige Zeit ganz allein unterwegs und fühlten uns unbeobachtet, während unser Gesang durch die Nebel drang. Plötzlich ganz unerwartet, kam von oben durch den Nebel ein musikalisches Echo entgegen und wir haben uns sehr gefreut, als eine andere Gruppe von drüben über den Klettersteig daher kamen und mit uns ein Liedchen um die Wette sang. Mit viel Spaß sind wir am Abend dann auf der Hütte angekommen. Das Wetter war nach dem Abzug des Gewitters im Nachbargebirge wieder sonnig und warm und wir haben auf der Hütte die Abendsonne noch sehr genossen.

Fazit: Frontgewitter im Gebirge kommen mit dem Tiefdruckgebiet, erkennbar durch einen Luftdruck auf Meereshöhe unter 1017mbar.  Dabei ist die Kaltfront besonders gefährlich und bringt üblicherweise sehr starke anhaltende Gewitter. Diese kann man aber gut über den Wetterbericht oder über den Druckverlauf vorab erkennen, so dass ein informierter Bergsteiger bei Frontgewitter besser nicht in großen Wänden unterwegs sein sollte. Wärmegewitter dagegen treten meist nachmittags ab 16:00 Uhr auf und sind bei guter Sicht über die Bildung der hohen Kumuluswolken über den Tag erkennbar. Sind um 14:00 Uhr keine hohen Cumulus-Wolken in West Richtung erkennbar, bleibt die Gewittergefahr bis zum Abend meist in geringerem Rahmen.

  

Überraschung am Biancograt

Im Jahr 2000 war ich mit zwei Freunden am Biancograt zur Piz Bernina, einem der südlichen 4000er unterwegs. Ein paar Bergführer mit Kunden hatten die Tschierva-Hütte vor uns etwa um 5:00 Uhr verlassen. An der steilen Firnflanke hinauf zur Fuorcla Prievlusa zu Beginn des Biancograt haben wir dann schon anstehen müssen. Bei wunderbarem Wetter sind wir nach dem steilen Firnfeld in der Fuorcla angekommen und sind dann nach den ersten Felsen auf den Biancograt gekommen. Ausgesetzt ging es dann die Gratschneide hinauf bis man vor der Schlüsselstellen an einem Felsgrat kommt, der etwa im zweiten Schwierigkeitsgrad zu beklettern ist. Dort hatten sich gleich mehrere Seilschaften aufgestaut, so dass ich beschloss, in der Flanke unterhalb an diesen vorbei zu klettern. An der Schlüsselstelle am Piz Alv, sind wir dann mit den führenden Seilschaften angekommen. Man muss an dieser Stelle etwa drei Meter auf einen steilen Felsklotz hinaufklettern. Von dort geht es dann noch etwa 30 Minuten hinauf zum 4048m hohen Hauptgipfel des Piz Bianco. Nachdem wir rechtzeitig dran waren, haben wir eine ausgiebige Gipfelrast gemacht.

Während wir so bei sonnigem Wetter auf dem Gipfel saßen, konnten wir die vielen Seilschaften unter uns beobachten. Schritt für Schritt trübte sich das Wetter ein. Eigentlich war es eine einzige Wolke, die vom Piz Roseg herüberkam. Ich beobachtete, wie sich die Sicht leicht verschlechterte und die Wolke den Gipfel in eine gelbliche Lichtfarbe einhüllte. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mein Eisgerät bereits auf dem Rucksack festgezurrt und damit nicht mehr in der Hand. Nach einer Weile begann es um die Spitze das Eisgerät zu surren. Nachdem ich dies schon mehrfach erlebt hatte und es jedes Mal danach Probleme mit Blitzeinschlägen gab, habe ich meine Mannschaft zur Eile angetrieben. Vom Gipfel des Piz Bianco geht es über den schmalen Spallagrat etwa 500 m hinunter zu den Felsen, wo man abseilen muss. Nachdem es immer nebliger wurde und es auch leicht anfing zu schneien, wohl gemerkt aus einer einzelnen Wolke, klang das Surren an meiner Pickelspitze immer dringender.

Ich bin so als erster am Fels angekommen und hab mich sofort an einem Abseilhaken eingehängt. Ich war gerade gesichert, als ein kräftiges Krachen einen Blitzeinschlag am Gipfel der Piz Bernina begleitete. Mein erschreckter Blick nach oben erheischte ein gelbes Licht und der zweite Teilnehmer in meiner Seilschaft flog horizontal liegend etwa 1 m über dem Grat. Was für erschreckendes Spektakel an einem ausgesetzten Eisgrat. Ich konnte mir später das horizontale Schweben des Seilzweiten nur so erklären, dass er vor Schreck abgesprungen ist. Der Grat ist dort sehr schmal und wir hatten Glück, dass sich unsere Seilschaft oben am Grat halten konnte. Zum Glück war ich ja schon bereits am Haken eingehängt. Ich habe dann beide Seilpartner angerufen, dass sie zum Stand kommen sollten. Nachdem hinter uns noch zwei weitere Seilschaften waren, war meine Aufmerksamkeit sofort darauf gerichtet, uns zu sichern. Die beiden Seilschaften kamen hinter uns her und sind auf uns zu geeilt. Einzelne kamen schreiend daher, andere begannen sich vom Seil auszubinden. Wohl gemerkt ist das dort massiv absturzgefährdet und es macht keinen Sinn dort ungesichert herumzustehen und sich ohne Standsicherung aus dem Seil auszubinden.

Nachdem wir eingehängt waren habe ich die beiden anderen Seilschaft gebeten, hier eingebunden zu bleiben. Ich habe dann festgestellt, dass der ein oder andere sehr verwirrt war. Deswegen habe ich wiederholt eindringlich aufgefordert, dass sie sich in einen weiteren Haken einhängen, um sich selbst zu sichern. Mit der Zeit hat sich das Chaos am Standplatz oberhalb der Abseilstelle wieder etwas gefangen. Ich habe dann meine Seilpartner und mehrere aus den anderen Seilschaften abgelassen und bin dann hinterher über die Wand etwa 50 m abgeseilt. Von dort geht es zur Marco e Rosa-Hütte noch ungefähr eine viertel Stunde über den steilen Gletscher hinunter.

Überrascht war ich als einer von meinen beiden Seilpartnern kurz vor der Hütte gefragt hat, wo er sich denn befindet. Zuerst hatte ich das Gefühl, dass er die Hütte nicht erkannte, über die wir mehrfach gesprochen hatten. Allerdings habe ich mit der Zeit an dem Abend festgestellt, dass er nicht so richtig mitbekommen hatte, wo er sich befand. Der Erdstrom des Blitzes hat ihn doch etwas mehr aus der Fassung gebracht. Erst am Abend hat sich die Situation wieder verbessert. Wir haben dann am nächsten Tag die komplette Palü- Gruppe noch überschritten und eine im Übrigen wunderbare Tour zu Ende geführt.

Fazit: Auf hohen Gipfeln schlagen die Blitze als erstes ein. Wenn der Eispickel oder die die Bergstöcke nicht in der Hand sondern nach der Kletterei am Rucksack befestigt sind, erfährt man häufig vor dem Gewitter ein Surren aufgrund der hohen Feldstärke. Meist bleiben dann noch 5-10 Minuten, bevor der erste Blitz in der Nähe am höchsten Punkt einschlägt.

 

Gewitter am Jubiläumsgrat

Etwa 2006 habe ich eine Alpenvereinstour über den Jubiläumsgrat mit 3 Teilnehmern geführt. Um vorab die Leistungsfähigkeit der Teilnehmer abzuchecken, habe ich den Hölltalklettersteig zu Beginn eingeplant. Früh morgens sind wir dann über den Hölltal-Klettersteig zur Zugspitze aufgestiegen. An diesem Tag war das Wetter nachmittags nicht sehr stabil und wir sind gut vorangekommen, so dass wir zeitig vor dem Gewitter um 3:00 Uhr nachmittags auf der Münchner Hütte angekommen sind. Ich hatte geplant, dass wir dort über Nacht bleiben, um mit der Klettersteigtour über den Jubiläumsgrat morgens beginnen zu können. Es war mir beim Blick auf die Wettervorhersage für den nächsten Tag klar, dass wir den Jubiläumsgrat bei dem Wetter nicht vollständig machen können. Es war anfangs noch Sonnenschein angesagt, aber dann ein labiler Nachmittag. Aber bis zu Knorrhütte hätten wir schon kommen können.

Wir sind also am Gipfel morgens zeitig gestartet und haben den ersten Teil des Jubiläumsgrats angegangen, wo man noch frei klettert und ohne Klettersteig unterwegs ist. Nach anderthalb Stunden sind verdächtige Wolken von Süden her Richtung Grat gedrückt worden. Ich hatte am Rucksack meine Stöcke befestigt und diese haben bei noch guter Sicht und sonnigem Wetter mit ihrem typischen Warnsignal, einem monotonen Surren, die hohe Feldstärke angekündigt. Wir haben beschlossen schnellstens den Grat nach unten zu verlassen und sind südseitig etwa 300 m in die Flanke hinuntergestiegen. Was vielleicht 10 Minuten gedauert hat, um dann auf einem abschüssigen Band oberhalb einer Felswand zu enden. Ich habe dann noch veranlasst, dass jeder seinen Rucksack mit den Karabinern und dem Metallmaterial ein wenig abseits abgelegt hat. Jeweils zwei Personen sind in einen mitgebrachten Biwaksack hinein gesessen. Gerade als der letzte sein Biwaksack übergezogen hatte, begann es zu regnen und innerhalb kürzester Zeit ist ein Unwetter losgebrochen. Innerhalb einer halben Stunde sind etwa 50 Blitze von der Zugspitze bis zum Hochblasen in den Grat eingeschlagen. Wir saßen unterhalb des Grates und haben von der elektrischen Spannung der Einschläge zum Glück nicht viel mitbekommen. Allerdings war es dann auch so, dass anderthalb Stunden später, nachdem das Gewitter aufgehört hatte, keiner so recht Lust hatte am Grat weiter zu gehen. Wir sind deswegen dann zurück zur Zugspitze geklettert und am Abend mit der Gondel ins Tal gefahren, da das Wetter insgesamt schlechter wurde. Ein paar Wochen später haben wir dann alle zusammen den Jubiläumsgrat absolviert und hatten dabei von vorne herein ein Wochenende mit stabilem Wetter ausgesucht. Dies hat letztlich dann zu einer sehr schönen Tour für Alle geführt.

Fazit: Bei Gewitterneigung, wenn notwendig morgens sehr früh von der Hütte starten, da vormittags meist keine Gewitter beginnen. Wichtig ist, dass man beispielsweise auf Kletterseil sitzend im Biwaksack im Trockenen das Unwetter abwartet. Im Gewitter sollte sämtliches Metall entfernt vom Kletterer abgelegt werden. 

Bei heutigen, guten Wettervorhersagen kann man für ausgesetzte Felstouren stabiles Wetter auswählen. Und ein frühes Verlassen der Hütte hilft, um die Tour im Hochgebirge um 15:00 Uhr abzuschließen. Dadurch kommt man vor dem Gewitter wieder auf der nächsten Hütte an.